Die Prüfung erfolgt nach TP Min-StB, Teil 5.5.1 (Ausgabe 1999) in zwei Teilen:
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1. Teil: Proben von Mineralstoffen werden in einem Poliergerät einem zeitraffenden Poliervorgang unterworfen. Zur Herstellung der Probekörper wird ein Verfahren beschrieben.
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2. Teil: Der Polierzustand der einzelnen Proben wird mit dem Griffigkeitsmeßgerät bestimmt und als Reibungswert PSV des polierten Gesteins ausgedrückt.
Für die Polierresistenz ist dabei neben der Spanne der Ergebnisse auch die Anzahl "n" der Untersuchungen angegeben, die dieser Bewertung zugrunde liegen. Daraus ist ersichtlich, auf welcher zum Teil noch sehr geringen Probenbasis die Ergebnisse beruhen und inwieweit die Werte mit Unsicherheiten behaftet sind. Für die endgültige Festlegung von mineralstoffspezifischen Kennwerten liegen somit noch nicht genügende Erfahrungen vor.
Die granulometrischen Eigenschaften der Mineralstoffe sind insbesondere für die Herstellung von Asphalt mit gleichmäßiger Zusammensetzung und gleichbleibenden Eigenschaften ausschlaggebend. Das gilt für Splittmastixasphalt in ganz besonderem Maße.
Für Splittmastixasphalt sind die Polierresistenz und die granulometrischen Eigenschaften der Mineralstoffe, insbesondere der Splitte, von herausragender Bedeutung. Zu verwenden sind nur Splitte aus zähen, schlagfesten und polierresistenten Gesteinen.
Die Oberflächen von Deckschichten bestehen nach einer vom Verkehr und der Witterung abhängigen Einfahrzeit zum größten Teil aus fast bindemittelfreien Gesteinsflächen. Bei diesen Gesteinsflächen überwiegt in der Regel der Splittanteil; der Einfluß des Splittes auf die Griffigkeit ist daher bedeutend, insbesondere bei Deckschichten, die wenig Sand enthalten wie z.B. beim Splittmastixasphalt.
Das unterschiedliche Griffigkeitsverhalten der Gesteinsarten beruht hauptsächlich auf deren Feinrauheit, Polierresistenz und Kantigkeit. Große Härte und geringe Spaltbarkeit sämtlicher Minerale eines Gesteins setzen der Einebnung der ursprünglichen Bruchfläche wirksamen Widerstand entgegen. Bei der räumlichen Anordnung der Kristalle ist richtungslos sperrige Textur der fluidal eingeregelten oder flächenhaft parallelen Textur überlegen. Für die Größe der Kristalle der Minerale gibt es zwischen sehr grob und äußerst fein (kryptokristallin) einen Bereich im Mineralkristallinen bzw. Mittelkörnigen, der für den Widerstand gegen Polieren optimal ist.
Ungleichkörnigkeit bei Sedimenten und entsprechend porphyrische Struktur bei Erstarrungsgesteinen sind als günstig zu werten, da größere Teilchen in der Regel beim Poliervorgang herausmodelliert werden. Dabei führen besonders solche Splitte zu einem günstigen Griffigkeitsverhalten der Asphaltdeckschicht, deren Minerale innerhalb des Gesteins sich in Härte und Spaltbarkeit unterscheiden. Kontraste in diesen Eigenschaften führen durch Einwirkungen aus Verkehr und Witterung zur Herausbildung eines sekundären Reliefs und damit zur ständigen Regenerierung der Feinrauheit auf den Gesteinsoberflächen. Die Verwendung solcher Gesteinsarten wird allerdings durch die hohen Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit gegen Zertrümmerung im Schlagversuch an Splitt für die Herstellung von Deckschichten - insbesondere solchen nach dem Splittmastixasphalt-Prinzip - begrenzt.
Gesteine mit ausschließlich feinkörnigem Aufbau im Mineralgefüge können hinsichtlich ihrer Polierresistenz problematisch sein, wenn sie darüber hinaus einen überwiegend monomineralischen Aufbau aufweisen. Sie können jedoch ggf. in Kombination mit polierresistenteren Mineralstoffen verwendet werden.
In den "Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Fahrbahndecken aus Asphalt - ZTV Asphalt-StB 01" ist festgeschrieben, daß für Deckschichten bei Straßen der Bauklassen SV, I - II sowie bei besonderen Beanspruchungennur Edelsplitte verwendet werden dürfen, deren Widerstand gegen Polieren - PSV-Wert - > 50 beträgt.
Für Deckschichten auf Fahrbahnen mit langfristig besonders starker Polierbeanspruchung - und das sind Splittmastixasphalt-Deckschichten - werden Mineralstoffe oder Mineralstoffgemische mit höherem PSV-Wert (z.B. > 53) verwendet.
Mineralstoffe, die die o.g. Werte unterschreiten können trotzdem für die angeführten Beanspruchungsfälle verwendet werden, wenn ihre Brauchbarkeit durch positive Erfahrungen oder durch ein Gutachten nachgewiesen wird. Die gutachterliche Beurteilung kann aufgrund der Laborgriffigkeitsmessung nach Wehner/Schulze oder nach einem anderen geeigneten, anerkannten Verfahren erfolgen.
Die Polierresistenz von Mineralstoffen, die zur Herstellung der obersten Schicht von Fahrbahndecken oder als Abstreusplitte verwendet werden, wird durch den an Splitt 8/10 mm (hergestellt aus der kornformbereinigten Lieferkörnung 8/11 mm) ermittelten PSV-Wert beurteilt und gilt repräsentativ für alle Splittkörnungen. Weitergehende Untersuchungen haben gezeigt, daß in der Regel Splitte mit Korngrößen > 11 mm weniger und < 8 mm mehr Widerstand gegen Polieren aufweisen.
Nach Ermittlungen durch die Bundesanstalt für Straßenwesen, veröffentlicht von Toussaint in "Straße und Autobahn" Heft 1/1995, weisen nur
35 % der nach TLMin - StB, Tabelle 4 untersuchten Mineralstoffe in Deutschland einen PSV-Wert > 54 auf.
Als Sand kommen für die Herstellung von Splittmastixasphalt nur füllerarme Brechsande aus geeigneten Gesteinen zum Einsatz. Die Gesteinsart des Sandes hat einen deutlichen Einfluss auf die Feinrauheit des Mörtels.
Der Einfluss des Sandes auf die Griffigkeit ist von erheblicher Bedeutung. Sowohl die Anfangsgriffigkeit als auch die Dauergriffigkeit werden von einem polierresistenten Sand günstig beeinflusst.
Im Füllerbereich soll für die Herstellung von Splittmastixasphalt in der Regel nur Kalksteinmehl aus bewährten Lieferquellen verwendet werden. Für andere Füller ist deren Bewährung durch geeignete Laborprüfungen und/oder durch Praxiserfahrungen nachzuweisen.